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Pommersche Diakonissen

Bis 1945 gehörten die Diakonissen in Stadt und Land zum vertrauten Bild. Sie wirkten als Gemeindeschwestern, in Kindergärten, Waisen- und Krankenhäusern und erteilten vielerorts Kindergottesdienst. Sie bildeten eine Lebens- und Dienstgemeinschaft, d.h. sie blieben ehelos, wohnten häufig im Mutterhaus, wo gemeinsame Mahlzeiten und Andachten zum Tageslauf gehörten. An der Spitze stand eine Oberin. Die beiden bekanntesten Mutterhäuser waren „Kinderheil“, gegründet 1851 in Stettin und die „Salem-Schwestern“, die 1868 ebenfalls in Stettin gegründet wurden. Als das Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus kurz vor dem ersten Weltkrieg in Köslin eröffnet wurde, verlagerte das Mutterhaus Salem seinen Sitz nach Köslin.

Schule Kinderheimat Salem, Lehrerin Frieda Manzke um 1925

Die Kösliner Schwesternschaft fand nach langen Irrfahrten eine neue Heimat in Minden und nennt sich „Salem-Köslin-Minden“. Die Stettiner Schwesternschaft machte ein ererbtes Haus in Bad Harzburg zu ihrem neuen Mittelpunkt und hat eine Dependance auf Norderney. Die einstigen Außenstationen Ducherow und Züssow in Vorpommern entwickelten sich zu neuen Zentren geistlichen und diakonischen Lebens.

Während 1961 noch 394 Schwestern zur Schwesternschaft des Mutterhauses in Minden gehörten, von denen 54 Feierabendschwestern waren, gibt es heute keine aktiven Diakonissen, Novizen und Probeschwestern mehr, der Anteil der „Freien“ (Diakonie-) Schwestern von damals etwa 20% hat sich auf 100% erhöht; allein die Anzahl der damaligen 54 Feierabendschwestern dürfte noch fast geblieben sein. Überall geht die Zahl der Diakonnissen zurück, weil es heute viele andere Berufe im kirchlichen und sozialen Bereich gibt und weil es heute kein Problem ist, auch als alleinstehende Frau eine Wohnung zu finden. Die geflüchteten Mutterhäuser, die ihr ehemaliges Hinterland verloren hatten, wurden noch früher und intensiver von dieser Entwicklung erfaßt als die einheimischen Mutterhäuser. An die Stelle der Diakonissen sind die „diakonischen Schwestern“ getreten, die verheiratet sein dürfen und die ein normales Gehalt bekommen.

Schwester Magdalena Gensch, Altoberin Salem-Köslin-Minden

Vgl. Abschied von Schwester Martha

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