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„Hoffnung für Osteuropa“ ist eine Aktion des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die EKD unterstützt hiermit christliche Hilfsprogramme in den Ländern Osteuropas, z.B. Betreuung alter Menschen, von Kindern in Waisenhäusern, Straßenkindern, die kein Zuhause haben, Drogenabhängigen oder Aidskranken. Die Probleme sind nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion groß, weil es keine Orientierungshilfen bei der Wahrnehmung der persönlichen Freiheit gab und auch jetzt noch nicht überall gibt und die Arbeitslosigkeit groß ist. Christliche Traditionen und Werte konnten mit Ausnahme Polens in Osteuropa seit dem Ende des Ersten Weltkrieges nicht mehr gelebt werden. Die EKD versucht - ähnlich wie die katholische Initiative „Renovabis“ - den auf Hilfe angewiesenen Menschen mit dieser Aktion Unterstützung und Hoffnung zu geben.
Die Pommersche Kirche mit Sitz in Greifswald als eine der östlichsten Landeskirchen der EKD war der geeignete Gastgeber für die Eröffnung dieser Aktion. Mit plötzlich einsetzendem Schneefall und Eisglätte wurden die Teilnehmer in Vorpommern begrüßt, quasi als Symbol für die Nähe zu Osteuropa. Das Motto der 14. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ war „Junge Menschen bewegen Europa“. Als besonderes Zeichen für die Unterstützung der aktiven jungen Generation wurde der Journalistenpreis Osteuropa 2007 an die 24-jährige Journalistin Ksenia Maksimova aus Moskau für ihren Bericht über einen russischen Aids-kranken Studenten verliehen. Für ihre mutige Darstellung eines tabuisierten Problems in Rußland wurde sie mit einem einmonatigen Praktikum beim „Nordkurier“ belohnt.
Erwin Sellering, Sozialminister in Mecklenburg-Vorpommern, appellierte bei dieser feierlichen Preisverleihung an die Verbundenheit der Europäer bei der Einhaltung demokratischer Spielregeln und betonte die Wichtigkeit des sozialen Jahrs junger Deutscher in Osteuropa. Dr. Wilhelm Hüffmeier, Präsident des Gustav-Adolf-Werkes in Leipzig, übernahm die Preisverleihung. Moderiert wurde das Programm von Oberkirchenrat Michael Hübner, Referat Mittel- und Osteuropa der EKD.
Die Frage „Osteuropa – wo liegt das eigentlich?“ versuchten drei Greifswalder Professoren zu beantworten. Sowohl historisch wie auch geographisch taten sich die Referenten bei der Beantwortung schwer. Prof. Dr. Hans-Georg Thümmel von der Theologischen Fakultät versuchte eine Erklärung der osteuropäischen Kirchengeschichte durch ihre bildlichen Darstellungen, besonders durch Ikonen, zu geben.

Im anschließenden Podiumsgespräch, an dem auch die Zuhörer teilnehmen konnten, wurde deutlich, daß Kenntnisse über Osteuropa in Mittel- und Westeuropa fehlen. Der geographische Mittelpunkt Europas liegt in Rußland, die Orientierung (EU) aber weit im Westen. Die osteuropäischen Sprachen sind wenig attraktiv. Umgekehrt lernen Osteuropäer intensiv Englisch und Deutsch.
Die Pommersche Kirche war freundlicher Gastgeber des Abends der Begegnung. Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen. Die polnische Pianistin Milena Piszczorowicz , Hochschule für Musik und Theater in Rostock, begleitete die besonderen Momente des gesamten Programms mit hervorragenden Darbietungen von Klavierstücken Frederic Chopins.

Mit dem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, dem 25. Februar, im Dom St. Nicolai wurde die 14. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ offiziell eröffnet. Der Gottesdienst wurde zeitgleich im Hörfunk des Norddeutschen und Westdeutschen Rundfunks übertragen. Bischof Abromeit berichtete in seiner Predigt von einem Erlebnis bei einer Konferenz in Kanada, wo er als pommerscher Kirchenvertreter in die Region Osteuropa eingeordnet wurde. Dies macht die enge Orientierung der Evangelischen Kirchen auf die westliche Hälfte unseres Kontinents deutlich, bedeutet aber auch eine besondere Fürsorge der EKD für den Osten Europas. Der Domchor unter der Leitung von Prof. A. Modeß, Domorganist Frank Dittmer, die Musikgruppe „Patchwork“ und Teilnehmer aus Osteuropa gestalteten den Gottesdienst. Die Pastorin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin des Diakonischen Werkes der EKD, eröffnete die 14. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ offiziell.
Auch der Konvent Evangelischer Gemeinden aus Pommern war in Greifswald vertreten. Die Ehrenvorsitzende Dr. Rita Scheller hatte einen Informationsstand für unseren und andere Konvente mit Helfern aufgebaut. Die Vorsitzende Ingrid Saenger und andere Vorstandsmitglieder waren im Einsatz. Das von unserem pommerschen Landsmann Berthold Beitz vor zwei Jahren eröffnete Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg in Greifswald war ein gastliches Haus, auch wenn der blanke, schwarze Marmorfußboden bisweilen Rutschgefahr bedeutete. Aber das hatten die Teilnehmer auf den Straßen Vorpommerns schon bei der Anreise erlebt.
Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ ist die Hoffnung, daß die Hilfe ankommt, trägt und Hilfsbedürftigen wie Helfern Mut macht.