Zurück zum Rückblick auf die bisherigen Tagungen und Veranstaltungen des Pommernkonvents
Zitmin, 28. Juli 2007
Erstmals seit mehr als einem Dutzend Jahre bei schönem Wetter wechselte die Organisation und Leitung des Sommerfestes in neue Hände an die Leitung Ingrid Saenger, die neue Vorsitzende im Pommernkonvent. Seit Siebenschläfer war das Wetter eher feucht und nass, passend zum Thema des Festes: „Schiffe“. Doch eigentlich war uns Petrus noch günstig gestimmt. Denn es tröpfelte nur zwischendurch ein bisschen. Aber: Das kann doch einen Seeman nicht erschüttern!
Erstmals hatten wir den Dorfpfarrer Domin zu Gast, der freundlich lächelnd alles verfolgte und bei den Liedern der jungen Leute aus Stolp begeistert mitsang. überhaupt die Stolper – in diesem Falle die Frauen - waren mal wieder Spitze und sorgten für die Zubereitung des kalten Buffets, das aus dem Mitgebrachten der über 120 Gäste zusammengestellt wurde, während sich die Männer unter Anleitung des Gastgebers Jan Pollex um das Grillen der Würstchen kümmerten. Die Emanzipation in Pommern ist schon gewaltig fortgeschritten, denn es waren die halbwüchsigen Jungen aus dem Dorf und der evangelischen Gemeinde in Stolp, die nicht nur für die Luftballons, sondern auch für den gesamten Blumenschmuck sorgten, der in kleinen Tonbechern alle Tische schmückte. Die Teilnehmer sind inzwischen schon recht selbständig geworden, denn zwei der Busse kamen ohne ihren Vorsitzenden bzw. ihren Pastor an, der plötzlich wegen einer Beerdigung zu Hause bleiben musste. So waren die Evangelischen vom Garder See im Osten bis Penkun im Westen und Neustettin im Süden in fröhlicher Runde vereint.
Das Fest begann traditionsgemäss mit einer Morgenandacht, diesmal gehalten von dem Kösliner Pastor Staszczak über die Stillung des Sturmes. Er führte aus, dass diese Geschichte eine wichtige Rolle im Neuen Testament spiele, denn sie werde bei drei Evangelisten erzählt. Dann machte er darauf aufmerksam, dass die Pommern „vom Land am Meer“ und alle „Eingepommerten“ ein ganz anderes Verhältnis zum Meer und den Schiffen haben als die Menschen, die immer im Binnenland gelebt haben. Nicht nur auf dem Meer gäbe es manche Stürme zu bestehen, sondern auch im menschlichen Leben. Symbolisch sei dabei zu verstehen, dass wir uns ins KirchenSCHIFF flüchten könnten, um Abstand von den Stürmen der unruhigen Welt zu finden und zur Ruhe kommen zu können.
Anschliessend sangen die jungen Gemeindeglieder aus Stolp unter Leitung von Pastor Froehlich – soweit sie schon vom evangelischen Ferienlager zurückgekehrt waren – neuere Kirchenlieder aus dem Jugendgesangbuch, dabei animierten sie die erwachsenen Teilnehmer immer wieder zum Mitmachen. Als nächstes traten die „Pollnower Lerchen“ auf, die sich passender Weise am Schifferklavier begleiteten. Sie waren alle wie echte Seeleute auf den Schiffen gekleidet, was natürlich die Freude der Zuhörer erhöhte beim Lauschen auf die vertrauten Seemannslieder.
Zwischendurch blieb immer wieder Zeit zum Essen und Trinken, aber auch zum Erzählen, das genoss die ehemalige Organisatorin ganz besonders, dass sie diesmal ohne Verpflichtungen war und sich mal hierhin und mal dorthin setzen konnte.
Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Singegruppe aus Stettin unter Leitung von Brigitte Kipper. Sie sangen nicht nur, sondern trugen auch Seemannsgedichte vor. Wie wir es nicht anders erwartet haben: Alle waren zünftig angezogen, es gab sogar zwei Piraten. Auch sie wurden mit reichem Beifall belohnt. Der Kirchenmusiker …………. Schoenefeldt begleitete uns den ganzen Tag einfühlsam auf seiner elektronischen Orgel und spielte auch Hintergrundmusik.
Der festliche Tag klang wie gewohnt mit einer Abendandacht auf dem dörflichen Friedhof aus, die Pastor Haerter, stellvertretender Vorsitzender im Pommernkonvent, über den Wochenspruch hielt Epheser 2,19: „So seid ihr nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger des Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Bei Kriegsende waren wir Fremdlinge und können deswegen den Spruch besonders gut verstehen, weil wir dankbar sein könnten, dass wir nach dem schrecklichen Kriegsende wieder ein Stück Heimat gefunden haben.
Frau Saenger hatte die verschiedenen Gästegruppen und Programmpunkte gut miteinander koordiniert und auf diese Weise ihre Wasserprobe mit Bravour bestanden. Sie verabschiedete die Teilnehmer mit der Einladung zum nächsten Sommerfest, dann am 26. Juli 2008.