UA-74420000-1
Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.


24. - 27.05.2017

Ev. Kirchentag in Wittenberg und Berlin

weitere Informationen

21.08.-28.08.2017

Bugenhagen Radwanderung von Treptow bis Wittenberg

08.-10.09.2017  

Chorfestival in Köslin / Koszalin mit deutschen und polnischen Chören

Tagung vom 06.11. - 08.11.2015 in Lübeck Travemünde

Das Reformationsjubiläum 2017. Ein Baustein auch für die deutsch-polnische Verständigung?

Zum ersten Male dabei: Was unterscheidet uns, was machen auch wir so?

Ich besuchte das erste Mal eine Veranstaltung des Pommernkonvents. Das Programm hat mich so interessiert, dass ich fragte, ob auch jemand, der nicht aus Pommern stammt, an der Tagung teilnehmen kann. Und Sie sehen, es gab keinen Grund. Es ergaben sich dann auch gute Gespräche, die mir die Arbeit des Konvents näher brachten.

Ich war erstaunt, wie viele Gäste unter den Mitgliedern des Vereins waren. Gäste – nicht nur aus Deutschland –, auch aus Polen. Aus Obornik war Herr Adam Malinski mit einer Jugendgruppe angereist. Ebenfalls kam ein Chor mit jungen Sängerinnen und Sängern aus Polen.

Die meisten Mitglieder, genauso wie bei uns – der Gemeinschaft Evangelischer Posener, zu deren Vorstand ich mich bekennen kann – waren nicht mehr die Jüngsten. Ich, Karin Ziegeler, bin 1946 in Lüneburg geboren und habe somit selbst keine Flucht miterlebt. Dennoch bin ich seit 1975 für die Gemeinschaft tätig.

Es gab einmal 20 Hilfskomitees (heute noch 15), die sich in den Jahren 1946 bis 1949 bildeten, und die Abläufe in den einzelnen Hilfskomitees ähneln sich sicher. Beim „Konvent der ehemaligen evangelischen Ostkirchen“ (dem Dachverband der Hilfskomitees) Der Vorsitzende Pastor Ehricht gratuliert der Ehrenvorsitzenden Ruta Scheller zum Geburtstag.Der Vorsitzende Pastor Ehricht gratuliert der Ehrenvorsitzenden Ruta Scheller zum Geburtstag.sind alle Hilfskomitees Mitglied und jedes Hilfskomitee wird mit zwei Vorstandsmitgliedern zur Mitgliederversammlung eingeladen. Dies ist auch der Grund, warum ich die Vorstandsmitglieder der einzelnen Hilfskomitees kennengelernt habe und mein Interesse geweckt wurde, einmal beim Pommernkonvent mit einem so interessanten Programm teilzunehmen.

Bei der Begrüßung und Einführung durch den Tagungsleiter, Herrn OKR i. R. Dr. Christoph Ehricht, wurde bereits zu Beginn auf Verschiebungen und Umstellungen des geplanten Programms hingewiesen. Bedingt durch Krankheit und verpasster Züge wurden Änderungen notwendig, da die eingeplanten Referenten nicht oder nicht rechtzeitig anreisen konnten. Dies tat jedoch der Veranstaltung insgesamt keinen Abbruch. Hervorzuheben ist dabei der besondere Einsatz von Herrn Jens Rüdiger von der Ostsee-Akademie, der sich um einen reibungslosen Ablauf bemühte.

Den Anfang machte Dr. Ehricht mit seinem Vortrag „Streifzüge durch die Reformationsgeschichte des Ostseeraumes“. Er sprach ausführlich über Johannes Bugenhagen (1485–1558): Er war Stadtpfarrer, Superintendent und Professor. Dr. Ehricht hielt das Referat anhand von Bildern, die durch die Geschichte führten.

Im Anschluss hörten wir von Anna Wrzesinska, Leiterin der Bischofskanzlei der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in der Republik Polen, Warschau den Vortrag „Die Bedeutung des Reformationsjubiläums für Kirche und Gesellschaft in Polen“. Auch sie unterstrich ihren Beitrag mit sehr anschaulichen Bildern.

Vortrag mit Jugendlichen in Travemünde.Vortrag mit Jugendlichen in Travemünde.Herr Zbigniew Kullas aus Norden sprang für die erkrankte Dr. M. Grzywacz aus Posen ein. Sein Thema unter anderen: „1965–2015: 50 Jahre Ostdenkschrift der evangelischen Kirche und der Briefwechsel zwischen den polnischen und deutschen Bischöfen“. Er wurde hierbei von Jugendlichen aus Norden unterstützt, indem sie von ihm vorbereitete Texte verlasen..

Adam Malinski aus Obornik reiste mit einer Jugendgruppe an. Er sprach zum Thema: „Die Rezeption der Reformation in Polen. Eine Präsentation an konkreten Beispielen aus Vergangenheit, Gegenwart und Vorstellungen für die Zukunft“. Er wurde unterstützt von Pastor i. R. Helmut Brauer aus Lübeck (geboren in Obornik).

Als letzte Referentin am Sonnabend möchte ich noch Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann aus Berlin erwähnen: Sie ist Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017. Dies war auch ihr Thema in unserer Tagung. Sie berichtete über die Planung für das Jahr 2017. Die Reformation wird 2017 für 16 Wochen in Wittenberg gefeiert. Am Wochenende (28. Mai 2017) wird es in Berlin einen großen Kirchentag geben und am 31. 10. 2017 wird der Reformationstag für ganz Deutschland ein Feiertag sein.

 

Der Samstagabend wurde von der Jugend gestaltet. Sie traten gemeinsam auf (Deutsche und Polen). Ihr Programm war ergreifend und zu Herzen gehend. Sie sangen, spielten Klavier, Gitarre und Blockflöte zum Thema: „Glaube Hoffnung Liebe“. Der Abend war wunderschön.

Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Abendmahl in der Versöhnungskirche im Pommernzentrum. OKR i. R. Dr. Christoph Ehricht übernahm die Begrüßung und die Liturgie und Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit die Predigt.

Wieder zurück in der Ostsee-Akademie im Pommern-Zentrum folgte das Referat: „Bonhoeffers Erbe in Pommern – eine Verpflichtung auf dem Weg nach Europa“, gehalten von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald. Ich habe viel erfahren und mein Wissen erweitern können. An dieser Stelle ein Dank an alle Referenten.

Die Tagung war mit abwechslungsreichen Aspekten gut zusammengestellt und wechselte zwischen deutschen und polnischen Vortragenden. Es war nicht immer der große eigene umspannende Blick auf das Große und Ganze, wie die Überschriften vermuten ließen – nein – es waren die eigenen persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen der Referenten, die sie den Teilnehmern nahebrachten. Dadurch konnte ich mich auch gut hineinfinden in das, was für Menschen wichtig ist. Das Miteinander hier und dort gestern und heute kam aus allen Beiträgen bei mir an.

Aber nicht nur die dargebrachten Beiträge mit Fotos, auch die Gespräche untereinander in den Pausen und beim Essen waren eine Bereicherung. So lernte ich Teilnehmer aus unterschiedlichen Regionen und Ländern, in unterschiedlichen Lebenssituationen kennen. Das hat mich sehr bestärkt und mir neue Impulse gegeben. Insgesamt bin ich froh und dankbar, dabei gewesen zu sein. Ich freue mich darüber, dass es weitergeht, und hoffe, bei der nächsten Jahrestagung wieder dabei sein zu können.

Blick aus der Versöhnungskirche auf die Ostsee.Blick aus der Versöhnungskirche auf die Ostsee.Aber eins muss ich gestehen: Es ist eine Tagung über drei Tage gewesen, die es in dieser Form bei uns, der Gemeinschaft Evangelischer Posener, über diesen Zeitraum nur bis zum Jahre 1994 gegeben hat. Dann wurde im Vorstand und später in der Mitgliederversammlung von einem anderen Ablauf gesprochen und darüber abgestimmt. Da die Reisen durch ganz Deutschland zum Tagungsort für die immer älter werdenden Teilnehmer schon beschwerlich wurden und zum Teil auch die Unkosten zu hoch, einigte man sich auf mehrere Einzeltreffen in verschiedenen Orten.

Das bedeutet also in der Praxis: Wir veranstalteten in den Jahren ab 1994 (dies war unser letzter Kirchentag, wie wir unsere Veranstaltung nannten) Regionaltreffen mit den Heimatkreisen oder Landsmannschaften zusammen. In den Anfangszeiten an neun verschiedenen Orten, zurzeit bieten wir fünf Mal im Jahr Regionaltreffen an. Diese Regionaltreffen finden nur an einem Tag statt. Wir beginnen mit einem Gottesdienst, sorgen für das leibliche Wohl und schließen mit einem Referat und einer Aussprache. Die Besucherzahl nimmt aus Altersgründen ab, was aber in der Natur der Sache liegt, denn der Nachwuchs (Kinder und Enkel) tut sich noch sehr schwer mit der Geschichte seiner Eltern und Großeltern. Schade, doch ich befürchte, dies ist nicht zu ändern. Wir müssen mit dieser Tatsache leben und versuchen es nicht persönlich zunehmen, denn es ist nicht nur unsere Erfahrung. Diese Erfahrung machen alle Hilfskomitees.

Den Lesern dieser Zeilen kann ich den Pommernkonvent nur wärmstens ans Herz legen. Helfen Sie mit, denn jede Hilfe ist willkommen, und kommen Sie zu den Treffen, denn hier kann Ihre Seele auftanken!

Karin Ziegeler, Lüneburg