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24. - 27.05.2017

Ev. Kirchentag in Wittenberg und Berlin

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21.08.-28.08.2017

Bugenhagen Radwanderung von Treptow bis Wittenberg

08.-10.09.2017  

Chorfestival in Köslin / Koszalin mit deutschen und polnischen Chören

 

Auf zur Stabübergabe!

Als Pastor Staszczak 1997 nach Köslin kam, musste er bei Null anfangen: Er wohnte in einem möblierten Zimmer, die deutschen Gottesdienste fanden bei den Pfingstlern statt, die polnischen bei den Baptisten, die Bibelstunden bei dem deutschen Verein ... 1999 wurde die Gertraudenkapelle an die evangelische Gemeinde rückübereignet, eine eigene Mietwohnung hatte sich auch schon gefunden.

 

Vertragsunterzeichung am 02.02.2002Vertragsunterzeichung am 02.02.2002Plötzlich bekam der Helferbund Rita v. Gaudecker eine größere Erbschaft, die er als Stiftung anlegte. Die Mitglieder beschlossen, die Zinsen dort auszugeben, wo bis 1945 das Hauptarbeitsgebiet des Helferbundes gewesen war, nämlich in Hinterpommern, speziell als Anschubfinanzierung für eine Dauer von zehn Jahren für eine neue Diakoniestation in Köslin. Mit finanzieller Unterstützung des Pommernkonvents und des Helferbundes erwarb die Gemeinde ein Einfamilienhaus in der Graudenzerstraße in Köslin. Zugleich wurde ein Vertrag abgeschlossen, in dem sich die Stiftung am 02.02.2002 für die Dauer von zehn Jahren verpflichtete, für die Kosten von Haus, Auto und Diakonieschwester aufzukommen. Auch die Diakonieschwester wohnte im Hause, in dem fortan alle Veranstaltungen stattfanden, die mit der Gemeinde zusammenhingen, wie Bibelstunden, Religionsunterricht, Schulaufgabenhilfe, Kleiderkammer, dazu Sitzungen – nicht zuletzt die des Bauausschusses. 2008 konnte die Gemeinde inklusive der Diakoniestation in das neue Gemeindezentrum umziehen.

 

Nicht alle Wünsche, die die Stiftung an die Diakoniestation hatte, konnten in die Tat umgesetzt werden, anfängliche Aktivitäten gingen sogar zurück, doch eine Forderung hat sie erfüllt: Sie fand einen potenten Nachfolger im Pommerschen Diakonieverein e.V. mit Sitz in Züssow, der sich bereiterklärt hat, in die Nachfolge der Stiftung einzutreten. Wenn die Pommersche Evangelische Kirche zu Pfingsten 2012 in der Nordkirche aufgehen wird, dann bringt sie als besonderes pommersches Erbteil die Unterstützung der Kösliner Diakoniestation ein und wird auch das Gehalt der Diakonieschwester übernehmen. Darüber ist die Stiftung sehr dankbar, daß sie keine Brache hinterlässt, sondern dass die Arbeit - vielleicht sogar kompetenter und professioneller – fortgeführt werden wird.

 

Krankenbesuche der Diakonieschwester bei GemeindegliedernKrankenbesuche der Diakonieschwester bei GemeindegliedernDer Stiftungsvorstand besteht aus alten Damen ohne Amt und Würden, dem die Fahrten nach Köslin und die binationalen Sitzungen immer schwerer fielen. Er zieht sich darum weitgehend aus der Ursprungsregion des Helferbundes zurück und übernimmt dafür Aufgaben in Hannover, die die ursprünglichen Aufgaben des Helferbundes gewesen waren. Im vergangenen Jahr hat er eine Zusammenarbeit mit dem evangelischen Stephanstift begonnen, um Schulkinder, die Probleme haben, zu lebenstüchtigen Menschen zu formen. Das Stephanstift können wir am Nachmittag mit der Straßenbahn erreichen; es weiß auch, wie Anträge geschrieben werden müssen, die der Stiftungsaufsicht genügen.

 

Keine Angst, wir lassen die letzten alten deutschen Frauen zwischen Stettin und Lauenburg nicht im Stich und werden weiterhin individuelle Zuschüsse in den - doch recht häufigen – Notfällen gewähren: Zum Kauf von Medikamenten, Brillen, dritten Zähnen, Fahrtkosten zu Rehas und zu kirchlichen Veranstaltungen. Ferner sind wir bereit, den drei Pastoren in Stettin, Köslin und Stolp auf gezielte Anträge hin Zuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit zu geben, soweit unsere Mittel bei den niedriger werdenden Zinsen das zulassen. Im Sommer 2011 gestalteten wir sieben Seniorennachmittage, besuchten sechs Gottesdienste und machten über vierzig Krankenbesuche. Das wollen wir auch in den kommenden Jahren tun, weil uns der persönliche Kontakt wichtig ist.

 

Die Diakonie ist weiblichDie Diakonie ist weiblichAm 2. Dezember 2011 begann der Tag der Stabübergabe mit einem Festgottesdienst in der Getraudenkapelle. Diözesanbischof Marcin Hinz nutzte die Gelegenheit, die neuen Mitglieder des Gemeinderates feierlich einzuführen. Als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit liess Pastor Staszczak auf Wunsch der deutschen Gäste das Lied "Als die Welt verloren, Christus ward geboren" (EG 58) singen. Die Kapelle war bis auf den letzten Klappstuhl gefüllt.

 

Im Anschuss an den Gottesdienst zeigte Schwester Iza in der Kapelle des Gemeindehauses eine Präsentation in Wort und Bild über „10 Jahren Diakonie in Köslin“. Das vermittelte den Zuschauern einen Überblick über ihre Arbeit in den letzten zehn Jahren. Der Chor der Gemeinde untermalte den Bericht stimmungsvoll.

 

Bei der daran anschließenden Dankeszeremonie wurde viel Lob und Anerkennung in alle Richtungen ausgesprochen. Das originellste Geschenk war eine Engelspuppe für die Vorsitzende der Rita von Gaudecker Stiftung, Dr. Rita Scheller. (Dieser erfüllte am nächsten Tag seine Aufgaben als Schutzengel, als unser Taxi beinahe von einer sich schließenden Bahnschranke eingeklemmt wurde). Das größte Geschenk stammte vom Helferbund Rita von Gaudecker: ein Treppenlifter für das Gemeindezentrum. Nach anfänglichem Misstrauen wurde dieser von den gehbehinderten Gemeindegliedern tapfer angenommen. Dankbar wurden die Grußworte des Pommerschen Diakonievereins e. V. vernommen. Dieser wird ab 2012 die diakonische Arbeit in Köslin unterstützen.

Die Diakonia Polonia dankt für 10 Jahre partnerschaftliche Zusammenarbeit.Die Diakonia Polonia dankt für 10 Jahre partnerschaftliche Zusammenarbeit.Danach stärkten sich die Teilnehmer mit einem Imbiss im Gemeindesaal. Besonders gut schmeckten den Gästen die selbst gebackenen Plätzchen. Einen Höhepunkt bildete die Präsentation der Jubiläumstorte mit Goldregen. Aufgrund der rasch hereinbrechenden Dunkelheit wurden weniger Adventslieder als geplant gesungen. Den Abschluss bildete ein Bericht Rita von Gaudeckers von der Weihnachtsfeier 1943 in Deep/Kr. Greifenberg, den ein Gemeindeglied aus Stolp auch ins Polnische übersetzt hatte.

Rita Scheller